Mental Health

Mental Health- Jugendliche, Smartphone & Social Media

Die Handynutzung und Bildschirmzeit von Kindern und Jugendlichen nimmt immer mehr zu, dabei darf man die mentale Gesundheit Jugendlicher als wichtigstes Gut für Ihre gesunde Entwicklung nicht unbeachtet lassen. – Mental Health und Digital Detox.

Mental Health- Jugendliche, Smartphone & Social Media – Eine Zusammenstellung von Studien, Fragen, Thesen & Lösungsansätze von Mag. Aline Schrader © 2025

Studien:

Eine Reduzierung der Nutzung von Social Media verbessert die psychische Gesundheit junger Erwachsener schon nach einer Woche

https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2841773

Mental Health Days Studie 2024 (Quelle: Mentalhealthdays.eu)

Die „Mental Health Days Studie 2024“ gibt Einblicke in das psychische Wohlbefinden und die Lebensrealität von Jugendlichen in Österreich. An der Studie, die im Rahmen der mental health days durchgeführt wurde, nahmen 14.531 Schüler:innen und Lehrlinge teil, die einen Fragebogen online unter Aufsicht ausgefüllt haben.(Durchschnittsalter 14 Jahre)

68 % der Befragten berichteten, in den letzten zwei Wochen Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit oder Schwermut empfunden zu haben. 28 % hatten Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid. 42 Prozent gaben an, bereits online Suizidaufrufe gesehen zu haben

Ein Schwerpunkt der Studie ist die Nutzung digitaler Medien. Im Durchschnitt verbringen Jugendliche 221 Minuten täglich am Smartphone, davon 96 Minuten in sozialen Netzwerken.

Studienautor Dienlin merkt an: „Die Ergebnisse legen nahe, dass soziale Netzwerkseiten wie Instagram oderTikTok einen negativen Effekt auf die Lebenszufriedenheit der Schüler:innen haben.“ Quelle: mentalhealthsdays.eu

  • Reduktion der Smartphone-Nutzung auf unter zwei Stunden pro Tag
  • signifikante Verbesserung der psychischen Gesundheit
  • klarer kausaler Zusammenhang zwischen Handynutzung und psychischem Wohlbefinden

Quelle: https://www.donau-uni.ac.at

Von der spielbasierten zu smartphonebasierten Kindheit

These: Die Große Neuverdrahtung ist der größte Einzelfaktor für die Flutwelle psychischer Erkrankungen die Anfang der 2010er – Jahre einsetzte

Soziale Medien werden zu Social Media Plattformen: 2009 Einführung „Like Button“ virale Ausbreitung von Inhalten

Studien aus USA, Großbritannien, Kanada, nordische Länder: Angststörungen, Depressionen, Selbstverletzungen nehmen zu (Quelle: https://jonathanhaidt.com/anxious-generation/)

DAK-Suchtstudie: Millionen Kinder haben Probleme durch Medienkonsum. Gaming, Social Media und Streaming: In Deutschland haben Millionen Kinder und Jugendliche Probleme durch Medienkonsum. Trotz erster positiver Trends bleibt die Mediensucht besorgniserregend hoch. Bei mehr als 25 Prozent aller 10- bis 17-Jährigen gibt es eine riskante oder pathologische Nutzung sozialer Medien: insgesamt sind rund 1,3 Millionen junge Menschen betroffen. Das zeigt die aktuelle gemeinsame Längsschnittuntersuchung von DAK-Gesundheit und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) Quelle: DAK.de

Was Kinder in der Kindheit brauchen ?

Eine spielbasierte Kindheit und ein aktives Sozialleben:  freies Spiel, Bindungen aufbauen, emotional synchronisieren

Jugend & Medien – Was beeinflusst die mentale Gesundheit Jugendlicher ?

Pubertät, Plastizität und Vulnerabilität: Erhöhte Stressempfindlichkeit in der Pubertät, Mental Distress durch Smartphone & Social Media. Kulturelles Lernen erfolgt in der Pubertät „Sensible Phase“ (zw. 9-15 Jahren) Verhaltensweisen & Identität wird gebildet.

Negative Einflussfaktoren:

  • Frühkindliche Sexualisierung durch Filter (TikTok, Instagram- man muss sexy und geschminkt sein um attraktiv zu sein, deshalb sind Altersgrenzen wichtig !
  • Digitaler Schnuller – Passive Contentberieselung
  • Reizüberflutung – Die Probleme der Welt 24/7 am Smartphone: Klimawandel, Konflikte, Kriege

Wichtig: Ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und viel Bewegung !

Jugend & Medien – Was beeinflusst die körperliche Gesundheit Jugendlicher ?

  • Körperbewusstsein & Essstörungen
  • Handynacken (20 Kilo im Nacken – Studie US-Forscher Kenneth K. Hansraj, Uniklinik Leipzig) Muskelsteife, Gelenkentzündungen, eingeklemmte Nerven, Arthritis und sogar Knochensporne oder Bandscheibenvorfälle
  • Kurzsichtigkeit – Studie: Während eine Stunde “Screen-Zeit” pro Tag kaum einen Effekt zeigte, stieg die Myopie-Häufigkeit bis zu täglich vier Stunden vor dem Bildschirm der verschiedenen Geräte um bis zu 97 Prozent an (Quelle: Studie Uni Klinik Südkorea Fachmagazin „JAMA Network Open“)
  • Bildschirmzeit & Blaulicht (Melatonin wird beeinflusst) – Schlafmangel

Mens sana in corpore sano !

Mental Health – Smartphone & Social Media

  • Bewusster Umgang mit dem Smartphone
  • eine nachhaltigen Veränderung des Nutzungsverhaltens
  • Gleichgewicht zwischen digitaler Nutzung und persönlichem Wohlbefinden
  • Smartphones als Werkzeug nutzen: Zugang zu Wissen und kreatives Tool !

36 months – Kein Social Media unter 16 Jahren.

Die australische Kampagne zur Regulierung von Social Media (Quelle: 36months.com)

Handyfreie Schule

„Smartphone aus, Konzentration an“ Austria – Handyverbot an Schulen bis 8.Schulstufe (Quelle: Schule.at)

DSA Europe

Verordnung der Europäischen Kommission zur Regulierung digitaler Dienstleistungen. Der DSA betrifft verschiedene Arten von Online-Dienstleistungen, unter anderem Social Media Plattformen und Suchmaschinen. Mit dem DSA zielt die EU darauf ab, illegale oder schädliche Online-Aktivitäten sowie die Verbreitung von Desinformation zu verhindern. In Bezug auf den Kinder- und Jugendmedienschutz enthält der DSA spezifische Regelungen für Online-Dienste. (Quelle: rtr.at)

Netiquette – Digitale Ethik & Umgang miteinander online Saferinternet Workshop

Digital Detox

Dies eine Zusammenstellung von Studien und Ansätzen zum Thema Mental Health (Jugendliche, Smartphone & Social Media) Alle Angaben und Links ohne Gewähr

Eine Kombination aus Erziehung, Medienkompetenz, Regulierung und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

1. Medienkompetenz früh und kontinuierlich aufbauen

Kinder brauchen nicht nur Regeln, sondern Fähigkeiten, um digitale Medien gesund zu nutzen:

  • Wie funktionieren soziale Medien?
  • Warum machen Apps abhängig (Endlos-Feed, Likes, Push-Belohnungen)?
  • Wie erkennt man Manipulation, Fake News, Filterblasen?
  • Wie schützt man sich vor Cybermobbing?

2. Klare, altersgerechte Regeln – in Schule und Familie

Strikte Verbote funktionieren selten langfristig. Wirksam sind:

  • Bildschirmzeiten für bestimmte Altersgruppen
  • Handyfreie Zeiten: vor dem Schlafen, während der Hausaufgaben, bei Mahlzeiten
  • „Tech-freie Zonen“ (z. B. Schlafzimmer)
  • Abgemachte Regeln über Inhalte, Privatsphäre, Werbung

3. Vorbildfunktion der Erwachsenen

Kinder übernehmen das Verhalten der Eltern.

  • Wenn Erwachsene ständig aufs Handy schauen, tut es das Kind auch.
  • Bewusste Offline-Zeiten als Familie: Spaziergänge, Brettspiele, Kochen, Sport.

 4. Psychische Gesundheit stärken

Digitale Medien schaden besonders dann, wenn Kinder:

  • einsam sind
  • wenig soziale Unterstützung haben
  • zu wenig Bewegung und Schlaf bekommen

Wichtig:

  • regelmäßiger Sport
  • ausreichend Schlaf
  • stabile Freundschaften
  • emotionale Unterstützung und offene Gespräche

5. Regulierung durch Politik und Plattformen

Viele Schäden entstehen nicht durch „Nutzung“ an sich, sondern durch Design-Strategien, die Sucht begünstigen.

  • strengere Altersverifikationen
  • Schutz vor algorithmischen toxischen Inhalten
  • Einschränkung manipulativer Features (z. B. endloser Scroll-Feed)
  • klare Regeln zu Werbung und Daten für Minderjährige
  • verpflichtende Aufklärung über Risiken

6. Gesellschaftliche Alternativen schaffen

Kinder verbringen so viel Zeit am Handy, weil:

  • reale soziale Räume verschwinden
  • Vereine, Clubs, Treffpunkte weniger werden
  • Eltern weniger Zeit haben
  • Schule selten echte soziale Entfaltung bietet

Fördern:

  • Jugendzentren
  • Vereine und Sport
  • offene Freizeitangebote
  • kreative Räume (Musik, Kunst, Tanz, Programmieren)

Alle Angaben und Links ohne Gewähr


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